Beschriftung von Faltbooten

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"Die Namensgebung ist eine Frage des (guten) Geschmackes. Danach beurteilt, haben die Faltbootleute zumeist keinen (guten). Schauderhafte Bezeichnungen, auch schauderhaft zumeist viel zu groß aufgestrichen, sind sie zu lesen. Hier haben die Vereinsleitungen ausreichendes Arbeitsfeld vor sich."

Carl J. Luther (1924) [1]


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Anmerkung: Über die Umsetzung, bzw. Anwendbarkeit der Beschriftungsregeln wird sehr kontrovers gestritten. Regelmäßig liest man im Faltbootforum die verschiedensten Meinungen dazu [1]. Die rechtliche Regelung wird ausführlich im Artikel Kennzeichnungspflicht Binnenschifffahrtsstraßen erläutert. Für Neugierige hier ein Link mit einigen PDF´s zu diesem Thema: ELWIS, der Elektronische Wasserstraßen Informationsservice

Was wird für Kanus gefordert:

  • Bootsname auf beiden Seiten des Bootes
    Der Name ist auf beiden Außenseiten des Kleinfahrzeugs in gut lesbaren, mindestens 10 cm hohen lateinischen Schriftzeichen anzubringen, in Ermangelung eines Namens für das Kleinfahrzeug ist der Name der Organisation, der es angehört, oder deren gebräuchliche Abkürzung, erforderlichenfalls mit einer Nummer dahinter, anzugeben. Die Schriftzeichen müssen in heller Farbe auf dunklem Grund oder in dunkler Farbe auf hellem Grund angebracht sein.
  • Name und Anschrift des Eigentümers außen oder innen im Boot
    Der Name und die Anschrift des Eigentümers sind an der Innen- oder Außenseite des Kleinfahrzeugs anzubringen. Das ganze muss dauerhaft gekennzeichnet werden!!


Anbringen der Kennzeichnung

Stift

Bei dunklen Häuten Reifenkennzeichnungsstift, bei hellen Häuten Eddings [2]. Zumindest bei Hypalon und TPU berichten einige von eher bescheidenen Resultaten . [3]. Vor der Beschriftung sollte die Haut gut gereinigt werden, siehe dazu "Farbarten und Reinigen der Haut", dann wurden auch Haltezeiten von über 8 Jahren berichtet: [4]


Schablonenbau

Es kann auch selbst eine Schablone angefertigt werden und mit dieser die Haut beschriftet werden.

Eine Beschreibung der Herstellung von Schablonen und das anschließende Beschrieften wird hier beschrieben: Bootsbeschriftung mit Schablonen

Zur Herstellung der Schablone wird folgendes Material benutzt:
Pappe für die Schablone; Schablonenschneider; Messer (Skalpell); div. Scheren; Doppelklebeband; Packklebeband; Schneideplatte.

  • Als Schablonenmaterial wird beispielsweise ein Karteikarten-Karton genommen. Die Schrift wird mit einem Drucker aufgebracht. Mit dem Schablonenschneider werden die Rundungen geschnitten, mit dem Messer und Scheren den Rest. Bei den Buchstaben, wie z.B. das "D", werden zum Mittelstück der Schablone Stege gelassen, die z.B. mit Packband verstärkt werden.
  • Die einzelnen Karteikarten werden entsprechend ausgeschnitten, dass sich möglichst viel Material überlappt. Auf diese Fläche wird Doppelklebeband aufgebracht.
  • Die einzelnen Blätter werden zusammen geklebt.
  • Danach wird das unterschiff Fachmännisch, je nach Hauttyp, gereinigt. Diese werden dann auf die Seite des Unterschiffs angebracht.
  • Danach wird die Farbe aufgebracht. Die Art der Farbe muss je nach Hautmaterial variiert werden. Die Farbe kann mit einer normalen Lackierrolle (Schaumstoffrolle) aufgetragen werden. Für eine recht professionelle Beschreibung siehe z.B. [5]


Farbarten und Reinigen der Haut

Hypalon
  • Farbe: Gummi-Paint
  • Reinigung der Haut: Zuvor Grundreinigen. Dann mit wenig Aceton entwachsen. Vorsichtig, Aceton greift die Haut an. Nach der Trocknung der Farbe die Haut wieder wachsen. [6]


PVC
  • Farbe: Siebdruckfarbe.
  • Lösungsmittel: Aceton


TPU / Pulyurethan
  • Farbe: Texylon 58000
  • Lösungsmittel: z.B. Sprititus


Klebefolie

Bei verschiedenen Dienstleistern lassen sich Klebefolien bestellen. Dann können die Buchstaben einfach aufgeklebt werden. Die Haut sollte vorher auch gereinigt werden.

Alphabetische Sortierung, kein Anspruch auf vollständigkeit. Statements von Usern von Faltboot.org

  • ClickandPrint: Für einen Satz (2x Name) ca. 30 EUR. Hält seit 1 Jahr und mehrmaligem Falten. [7]
  • Folienmeister: "das ganze Knicken und Falten sieht man der Folie "ImagePerfect 5700 Premium" nach einem (intensiv genutzten) Jahr schon an", ca. 7 EUR [8]
  • ohlala: "Folie von 3M Scotch", "Die Schrift hat mehrere Faltungen bei Bahnreisen, 3 Wochen TID und diverse Umtragungen sehr gut überstanden. Allerdings wird sie in den Knickstellen etwas rauh, was sich aber im aufgebauten Zustand des Bootes nach einiger Zeit wieder glättet. Bin bisher sehr zufrieden damit" Ein Satz ca. 44 EUR.[9]


HINWEIS: Auf PE-Booten halten Klebebuchstaben nicht dauerhaft. Sie sollten besser mit Schablonen und Farbe oder Stift beschriftet werden.


Noch etwas zur Diebstahlssicherung

"Hierzu ein Tipp, der es den Dieben auf jeden Fall schwerer macht, ein Boot zu veräußern.

Ich habe bei all unseren GfK-Booten die Kennzeichnung mit Namen und Adresse nicht mit einem Edding o.ä., sondern wie folgt gemacht:

Namen/Adresse auf dem PC in Word getippt (gut lesbare Größe), auf einem Laserdrucker ausgedruckt und dann ausgeschnitten. In der Höhe habe ich auf einem A4 Blatt 3* ein solches "Feld" hinbekommen. Laserdrucker, damit der Druck nicht verlaufen kann.

Dann habe ich den Rumpf im Cockpitbereich außerhalb der Flächen, auf die man mal treten könnte, angeschliffen, gereinigt, mit Epoxi eingestrichen, den Zettel dort blasenfrei hineingedrückt, ein vorher zugeschnittenes Stück dünnes Gewebe auch wieder blasenfrei aufgelegt und das ganze ordentlich mit Epoxi getränkt. Das Gewebestück ist allseitig etwa 3 cm größer als der Zettel.

Wer für einen Verkauf die Adresse entfernen will, muss schon mit mechanischer Gewalt an das Ganze herangehen. Sicher machbar, aber zum einen bleiben dann Spuren der Bearbeitung zurück, zum anderen schreckt vielleicht die Mühe den Dieb schon ab.

Natürlich kann er den Zettel auch einfach überlackieren, aber der Lack ließe sich ebenso leicht entfernen."


Zitat Teemitfünf in http://www.seekajakforum.de/forum/read.php?1,58247,58283#msg-58283 vom 11.10. 2011


Forumsdiskussionen


Siehe auch folgende Artikel

  • BinSchStrO - die Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung, Kurzfassung für Paddler
  • SeeSchStrO - die Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung, Kurzfassung für Paddler


Weblinks


Artikel in Paddelzeitschriften

Siehe auch


Quellen

  1. Carl Joseph Luther, "Paddelsport und Flußwandern - Wandererfreiluftleben am Wasser mit besonderer Berücksichtigung des Wildflußwanderns", Verlag der Stuttgarter Sportbücher Dieck & Co., Stuttgart, 17. Auflage 1924, S. 53 f.